Spätfolgen der Borreliose
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Spätfolgen der Borreliose

21. Juli 2015 - Datenerhebung

Spätfolgen-Borreliose

Wirtschaftliche und soziale Konsequenzen der Borreliose

8sb026Das ist die 8. Veröffentlichung zu den wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen der Borreliose aus der Datenerhebung des Internetportals www.borreliose-nachrichten.de.

Wir werden an dieser Stelle regelmäßig fortlaufend die zusätzlich eingegangenen Daten publizieren.

(Stand 21.07.2015)


8.-spaetfolgen-borreliose8.spaetfolgen-borreliose-chart

Schüler

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8sb004
Bei 73,81% der Schüler kam es zu einer Verschlechterung der Noten.
33,33%
der Schüler mussten ein oder mehrere Schuljahre wiederholen.
Bei 16,67% der Schüler kam es zu einer Rückstufung in der Schulform durch die Erkrankung.

Auszubildende

8sb005
30%
der Azubis konnten ihre Ausbildung über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten nicht fortführen.
20% mussten die Ausbildung länger als 1 Jahr bis zu 1,5 Jahren unterbrechen.

8sb006
40%
der Azubis mussten 1 Ausbildungsjahr wiederholen.
Bei 70% kam es zu einer Verschlechterung der Noten und Leistungen.

8sb007
80% der Azubis befürchten Verlust des Ausbildungsplatzes und Arbeitslosigkeit. Zusätzlich befürchten 50% eine Verlängerung der Ausbildungszeit.
Keiner hatte das Vertrauen darauf, dass keine Konsequenzen erfolgen.

8sb008
Alle Azubis haben sich über familiäre Unterstützung, Lohnfortzahlung und Krankengeld finanziert.

Studenten

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17,65%
der Studenten konnten ihr Studium über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten nicht fortführen (d.h. 1-2 Semester).
20,59% musste das Studium länger als 1,5 Jahre bis zu 2 Jahren (d.h. 4 Semester) unterbrechen.
Bachelor-Studiengänge dauern je nach Studienordnung 6 oder 7 Semester, d.h. eine so lange Unterbrechung gefährdet das Studium erheblich, weil sich zwischenzeitlich immer wieder auch Änderungen in der jeweiligen Studienordnung – Magister bzw. Diplom/Bachelor, Anerkennung von Scheinen etc. ergeben.

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61,76%
der Studenten mussten ihren Nebenjob zur Finanzierung ihres Studiums aufgeben. Bei 67,65% kam es zu einer Verschlechterung der Leistungen.
38,24% mussten ein Urlaubssemester beantragen (ärztliche Bescheinigung etc.)
Bei 29,41% der Studenten fiel das BAföG weg (wegen fehlender Leistungen).

8sb011
73,53%
der Studenten befürchtet das Studium abbrechen zu müssen.
38,24% befürchtet eine Exmatrikulation von Amts wegen. Immerhin 38,24% der Studenten befürchten Invalidität.

8sb012
82,35%
der durch die Erkrankung in Not geratenen Studenten, lebten von familiärer Unterstützung.
Zusätzlich finanzierten sich 29,41% der Studenten über Studienkredite.

Arbeitnehmer

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16,62% der Arbeitnehmer konnten über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten ihrer Arbeit nicht nachgehen.
12,53%
mussten der Arbeit länger als 2 Jahre fernbleiben.

8sb014
Bei 65,40% der Arbeitnehmer kam es zu einer Verschlechterung ihrer Leistungen.
22,62% der Arbeitnehmer mussten Einkommensverluste durch die Borreliose hinnehmen.
22,62% wurden Opfer von Diskriminierung im Team oder Mobbing durch Borreliose.

8sb015
43,87%
der Arbeitnehmer fürchtet den Verlust des Arbeitsplatzes wegen der Borreliose-Erkrankung. 35,42% fürchtet Arbeitslosigkeit und 33,24% sogar Invalidität.

8sb016
Die an Borreliose erkrankten Arbeitnehmer haben die Krankheitszeiten zu 69,48% über Lohnfortzahlung finanzieren können.
45,23% entfallen auf Krankengeld und 28,34% familiäre Unterstützung. Immerhin 2,18% der Arbeitnehmer bekamen Leistungen aus der privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung.
3,81% erhielten eine Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Selbstständige

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In der Personengruppe der Selbstständigen konnten 20,65% über einen Zeitraum von 2 bis 6 Monaten nicht im Unternehmen arbeiten.
30,43% der Selbstständigen waren für 2 Jahre und länger arbeitsunfähig durch die Borreliose-Erkrankung!

8sb018
47,83% der Unternehmer erlebten eine Verschlechterung der Auftragslage durch ihre krankheitsbedingten Fehlzeiten.
61,96% der Unternehmen gerieten in eine wirtschaftliche Schieflage wegen der krankheitsbedingten Einkommensverluste.
48,91% der Selbstständigen erlebten ein Abwandern von Kunden und und Mitarbeitern durch ihre Erkrankung. Zusätzlich mussten sich 40,22% der betroffenen Unternehmer, wegen der Erkrankung, verschulden.

8sb019
60,87% der Selbstständigen befürchten hier die weitere Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.
52,17% halten in Verbindung mit Borreliose die Aufgabe der Selbstständigkeit für möglich, 32,61% die Schließung des Unternehmens.

8sb020
70,65% der Unternehmer haben ihren Lebensunterhalt während ihrer Borreliose- Erkrankung über private Rücklagen oder Privatentnahmen aus dem Unternehmen bestritten!
56,52% dieser Gruppe waren auf familiäre Unterstützung angewiesen.
27,17% bezogen Krankentagegeld, 13,04% der Selbstständigen waren sogar auf Sozialhilfe angewiesen.

Arbeitssuchende

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64,71% der Arbeitssuchenden ist 2 Jahre und länger durch die Borreliose- Erkrankung nicht in der Lage gewesen zu arbeiten!!!

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76,47% der Arbeitssuchenden waren vor ihrer Borreliose-Erkrankung Arbeitnehmer, 19,12% Unternehmer/ Selbstständige.

8sb023
48,53% der Arbeitssuchenden finanzieren ihren Lebensunterhalt von Arbeitslosengeld 2,
26,47%
erhalten familiäre Unterstützung, 32,35% Arbeitslosengeld 1.

Rentner

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67,92% der Rentner waren 2 Jahre und länger durch die Borreliose eingeschränkt.

Hausfrauen/ Hausmänner

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58,82% der Hausfrauen / Hausmänner waren 2 Jahre und länger durch die Borreliose eingeschränkt.

Wenn Sie selbst an der kompletten Umfrage teilnehmen möchten klicken Sie hier

Hier finden Sie die Auswertung Spätfolgen Borreliose zusätzlich im PDF-Format

21 Kommentare
Sabine

Ich bin gerade auf diese Seite gestossen und hatte vor 5 Jahren Borreliose mit anschließender Wanderröte. Die Borreliose wurde anschließend ca.14 Tage mit Antibiotika behandelt. Ich habe seitdem mit starken Schmerzen im Nacken, mit Raynaudysyndrom in den Händen und Füßen zu tun, mit Kribbeln und Schmerzen unter der linken Fußsohle und ständiger Müdigkeit.
Ich habe verschiedenen Ärzten immer wieder mitgeteilt, dass ich Borreliose hatte und diese Symptome für eine Spätfolge stehen könnten. Aber die Tests waren negativ, also auch keine Behandlung. Meine Orthopädin atmete dann auf als ich erzählte, dass ich nun bei der Rheumatologin war und diese nun Kollagenose unklarer Ursache befundete. Endlich eine Diagnose. Nehme nun Antimalariamittel. Seitdem ist mein Immunsystem auch nicht mehr das, was es mal war und ich hatte schon 2 sehr langanhaltende Erkältungen. Meine Heiserkeit im Hals und das ständige Räuspern gehen gar nicht mehr weg. Nun versuche ich, mit der Naturheilkunde etwas weiter zu kommen. Der Weg ist mühsam und auch ich fühle mich oft müde und nicht mehr belastbar. Aber das das mit der Borreliose zu tun hat, ist eben nicht wahr. Ein Kampf gegen Windmühlen. Es ist ein ungutes Gefühl, wenn man merkt, dass man nicht für voll genommen wird und einfach keine entsprechende Hilfe findet. Es ist ein Wunder, was Mensch ertragen kann und ich hoffe, dass das Ganze irgendwann ein Ende hat. Es kann doch nicht sein, dass mein weiteres Leben seit dem 40. Lebensjahr nicht mehr lebenswert ist?

Ich drücke allen Betroffenen die Daumen. Ich wundere mich nur, dass es in meiner Gegend noch keine SHG gibt. Ich würde mich gern mit Betroffenen austauschen.

antworten
    Doris Kunold

    Das ist eine Borreliose

    antworten
    Wuzeline

    Hallo Sabine!

    Du leidest noch immer zu 100% an einer Borreliose, heißt Du solltest Dich an einen Borreliose Spezialisten wenden, der Deine Blutwerte richtig zu deuten weiß!!! Auch wenn es heißt das die Werte negativ sind, kann es trotz gefundener Antikörper bedeuten, das Du mit an Wahrscheinlichkeit einer Borreliose leidest!!! Deine Symtombeschreibung spricht eine eindeutige Sprache. Die Antibiotika Einnahme wahr sicherlich in diesem Fall zu kurz!!! Ich hoffe das Du den Kampf gegen diese schwere Erkrankung, für Dich gewinnen kannst und Du wieder für Dich neuen Lebensmut schöpfen kannst!!! LG. Wuzeline

    antworten
    H

    Borreliose ist sicher noch da.Arzt in Wolfenbüttel ist gut.Suche Borreliosezentrum Wolfenbüttel

    antworten
Martina von der Heide

Liebe Grüße an alle Leidensgenossen, die immer noch, wie ich, mit den Spätfolgen einer Borreliose,zu kämpfen habe. Mein Leidensweg begann vor 25 Jahren, man kann sagen, in der Blütezeit meines Lebens. Nach mehreren Fehldiagnosen, erlitt ich in den ersten Jahren unter täglich starken Schmerzen unter anderen 3 Fehlgeburten, habe ein Kind in der 7. Schwangerschaftswoche verloren, habe meine Haare verloren, es folgten 8 Operationen, doch es ging mir nicht besser.Als man nun endlich die Borreliose nachgewiesen hatte, wurde ich endlich nach 8 Jahren mit Infusionen behandelt.Was jedoch geblieben ist, sind die Schmerzen.Inzwischen sind sie so stark geworden, dass mir das Unterrichten schwer fällt. Ich schlafe oft nicht mehr als 4 Stunden, manchmal nicht eine Stunde.Die letzten 2 Jahre konnte ich nur durch hohe Opiate in der Schule durchhalten. Inzwischen habe ich mir beide Füße gebrochen, meine Haut und Finger- und Fußnägel zeigen sich schuppig. Zur Zeit sind meine neuen Diagnosen- Rheuma (obwohl keine Werte im Blut nachweisbar sind und die Medikamente keine Linderung bringen), Psoriasis Arthritis , Schmerzkrankheit…
Inzwischen kann ich nicht länger als 2 Stunden gehen, bin seit September 2013 im Krankenhaus. Ich bin ausgesteuert, bekomme also kein Krankengeld mehr und die Rente wurde abgelehnt. Ich weiß nicht mehr weiter.
Wenn es unter Euch also Jemanden gibt, der mir raten kann oder helfen kann, wie ich diese Schmerzen wenigstens so minimieren kann, dass ich am gesellschaftlichen Leben wieder Teil haben kann, dann antwortet mir.

antworten
    Jeong-Höll, Jin Mi

    jedentag nehme ich 3 heißen Beutel im Bett und bringe ich mich stark swizen mehr als anderthalbstunden, das hat mir sehr geholfen. Natürlich habe ich dem nächsten Tag viel mit dem Wäsche zu tun aber es gibt auch vor dem Bett so eine Schichtlaken.

    antworten
    anonym

    Probiere doch mal Dunkelfelddiagrostik und entsprechende Behandlung (Kadewurzelextrakt, Spagyrik, Homöopathie etc.). Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht und wünsche Dir, dass es Dir auch hilft oder zumindest die Schmerzen lindert

    antworten
Bitilly

Hallo Baer Ursula
wie hast du deine Infusionstherapie überstanden, half sie?Fühltest du dich erst durch sie so schwach oder vorher schon?Soll jetzt die gleiche erhalten u. bin noch nicht sicher, ob ich zustimmen werde.
Welche neurologischen Symptome zeigt die Neuro.-Borr.bei dir an?
Wünsch dir gute Besserung aus tiefstem Herzen!!!!Eine Betroffene!

antworten
Britt

wo findet man entsprechende Kassen-Ärzte, die nach den Richtlinien der Borreliosegesellschaft behandeln?
auf den Listen findet sich z.B, kein Arzt aus Hamburg …

antworten
Baer Ursula

Hallo zusammen,
bei mir wurde im Juni eine alte Borreliose auf die sich eine neue gesetzt hatte entdeckt. Leider kannte sich mein Hausarzt nicht so aus und behandelte zu kurz und zu schwach mit Antibiotika und danach mit Kortison. Nun hat sich eine Neuroborreliose entwickelt. Ich bekomme jetzt Infusionen mit 2g Ceftriaxon für 15 Tage und am Wochenende gar nichts. Ich weiß, nicht ob das der richtige Weg ist
denn ich habe bald keine Kraft mehr

antworten
    H

    2 g zu wenig 4 g besser 5 Tage Woche monatelang
    funktioniert bei mir gut kann wieder arbeiten

    antworten
Scandicci

Hallo Wolfgang,

es kann eine nicht ausreichend therapierte Borreliose sein. Um abzuklären, ob es sich um eine Borreliose handelt, wäre es wichtig zum Arzt zu gehen. Wir haben zusammen mit Frau Dr. Hopf-Seidel eine neue Ärzteliste eingestellt, in der auch Ärzte im Ausland zu finden sind. http://www.borreliose-nachrichten.de/borreliose-aerzte-liste

Deine Schmerztherapie mit Ibu, Paracetamal und so find ich eher gefährlich, weil diese Mittel beispielsweise ein Leberversagen verursachen können.

Redaktion Borreliose-Nachrichten

antworten
Wolfgang

Hallo, ich lebe im Moment nicht in Deutschland, deshalb kein direkter Kontakt zu einer SHG.
Frage: ich glaube spätfolgen einer falsch behandelten Borreliose zu haben und möchte wissen, wie ich z.Bsp. starke Schmerzen im Knie oder im Fuß behandeln kann. z.Zt. nehme ich Ibuprofen 600 oder Voltaren 75 mg und teilweise dazu noch Paracetamol. Ist dies gut und was kann ich zwischen den Schüben machen, um etwas vorbeugend zu wirken? Ist das Ausleiten von Neurotoxin mit einem Präparat von Colestyramin ohne ärztliche Verordnung anzuraten?

antworten
Lisa

Die Umfrage an sich finde ich sehr gut. Meines Erachtens stellen die finanziellen und beruflichen Einschränkungen aber nur das finanzielle Problem dar. Viel schlimmer ist das zusätzliche Unverständnis, Mobbing und die Belustigungen sämtlicher Bevölkerungsschichten.

antworten
Melanie

Frage: sind Folgen einer zu spät erkannten Borreliose (100% behindert) noch zu vermindern?

antworten
Betty

Ich kann nur sagen: solange viele Ärzte und Professoren an Unis die Meinung vertreten und lehren, das eine Borreliose IMMER nach 3 Wochen ausgeheilt ist, liegt noch ein verdammt langer Weg der Aufklärung (und für viele Betroffene ein Leidensweg) vor uns. So erlebt an der Uni Köln, Lehrstuhl Rehawissenschaften und Neurologie :-/
Leider.
Glücklicherweise gibt es ja auch Ärzte, die ihren Patienten wirklich helfen wollen

antworten
Petra

Eine fast dreijährige Antibiotika-Therapie gab mir mein Leben zurück.
Ich bin noch nicht gesund, aber mir geht es bedeutend besser.
Ohne AB wäre ich nicht mehr am Leben!
Ich hoffe bald wieder arbeiten zu können
Dafür danke ich meinen Ärzten, die mich nach den Leitlinien der DBG und der ILADS behandelt haben!
DANKE!
Und ich danke der Betreiber dieser aufklärenden Seiten!

antworten
Evelka

Irgendwie bin ich bei Facebook auf diese Seite gestoßen, da sie ein Betroffener gepostet hatte. Ich wollte mich dafür eigentlich nur bedanken, weil solche Berichte Kraft geben… man ist nicht allein mit seinen Gefühlen der Machtlosigkeit. Was habe ich schon alles versucht um Andere wach zu rütteln, u.A. Petitionen unterschrieben, Betroffene aufgefordert mitzumachen u.s.w. Wichtig wäre, wie bereits von B.D. erwähnt, auch Kosten für Alternative Behandlungen Seitens der Krankenkassen zu übernehmen. Wenn das Immunsystem auf Grund von den vielen Antibiotika- Gaben kaputt ist, dann hilft eben nur noch eine Alternative Behandlung. Ich vermisse die Anerkennung von Spätfolgen Antibiotischer Behandlungen. Was ist das? Im Lauf von über 20 Jahren wurde ich immer nur symptomatisch mit Antibiotika behandelt, bis ich anscheinend an einer Antibiotikaallergie…. so nannte das ein mich behandelnder Arzt, litt. Es waren aber “ nur “ Bakterien und Pilze, die letztlich durch Betaisodona behandelt werden konnten. Kein Spezialist, weder Hautarzt, Internist und HNO- Arzt konnte die Hautveränderungen die zudem mit starken Schmerzen verbunden waren, diagnostizieren. Das ist ein Armutszeugnis weil man sich nur noch auf Sonografie, Magenspiegelung, also sprich Gerätediagnostik verlässt. Ein Heilpraktiker weiß sofort Bescheid, weil er sich Zeit nimmt und alte Diagnostikverfahren kennt. Ich hatte Glück, meine HNO- Ärzin kannte scheinbar die Wirkug von Seifenkrautwurzeltee, der mir Linderung brachte. Sie ignorierte auch nicht, dass ich ihr eine „Antibiotikaunveträglichkeit“ schilderte. Weiterhin kann ich dankbar sein, dass ich eine Hausärztin fand, die homöopatisch behandelte. Sie mochte mir kein Antibiotika mehr geben, so ihre Meinung. Statt dessen bekam ich Globuli und die hatten im Lauf von einigen Jahren meinen Gesundheitszustand so verbessert, dass ich völlig gesund war. Nun kommt die Pointe…. bis eine andere Hausärztin wieder AB verordnete und ich einen totalen Zusammenbruch erlitt. Wieder ein homöopatisch ausgebildeter Hausarzt hatte gleiche Meinung wie meine ehemalige homöopatisch ausgebildete Ärztin. Kein Antibiotika für mich, da mein Immunsystem kaputt ist. A b e r, um das wieder herzustellen muss ich alle Kosten selbst tragen. Vielen Dank an die Gesundheitspolitik von Herrn Rößler, dessen Gesundheitspolitischer Sprecher sich sehr für die Belange von Borreliose- Erkrankter eingesetzt hatte. Im Gegenzug müssen Hersteller homöopatischer Mittel alle Mittel neu registrieren lassen. Borrelien- Nosoden sind nun in Deutschland kaum noch in einer Apotheke zu finden. Gleiches gilt für viele andere Mittel, die symptomatisch helfen. Man muss die Mittel im Ausland kaufen, aber irgendwann wird man vielleicht auch dieser Möglichkeit einen Riegel vorschieben. Auch finde ich es unverständlich, dass Propolisprodukte aus Slovenien mit gewissen Zöllen deutlich höher im Preis liegen, als deutsche Propolisprodukte. Will man nicht, dass wir Borreliose- Kranke uns selber helfen? Und ich muss zustimmen, Borreliose wird noch immer in den Medien verharmlost, leider tragen dazu auch viele Aussagen von Ärzten bei. Kritische Stimmen werden regelrecht kaputt gemacht indem man sie als Scharlatane und Spinner darstellt.

antworten
B.D.

Die Teilnahme an der Umfrage Aufruf Borreliose Gruppe führte mich hier her. Auch ich vermisse diesen Fragenbogen.

Durch die Medien wurde die schwere chronische Infektionserkrankung regelrecht ins Lächerliche gezogen.
Als Betroffener finde ich es wirklich nicht in Ordnung. Die Krankheit nahm mir meinen finanziellen Status indem ich arbeitslos wurde und meine Gesundheit nicht mehr unterstützen kann. Ich kann mit reinem Gewissen sagen, dass ich völlig verarmt dadurch geworden bin.
Ich werde wegen der Leber nicht therapiert und mir verweigert mir sogar jede Grundlage einer alternativen Behandlung laut Nikolausbeschluss.

mfg

antworten
Leserin

Einige Fernsehbeiträge polarisieren, statt zu dokumentieren oder gar zu weiterer Forschung anzuregen.
Guten Journalismus verstehe ich anders: Der hätte gerade bei einem umstrittenen Thema zur Aufgabe, aufgrund der vorliegenden, teilweise gegensätzlichen Einschätzungen zu neuer Forschung beizutragen.
Leider geschieht das nicht.

Daher habe ich mich sehr gefreut, auf Ihre Seite zu stoßen.
Endlich einmal jemand, der die Fakten auch bei Betroffenen sammeln will!

Nur so werden neue Erkenntnisse möglich und nur aufgrund gesicherter Erkenntnisse hören Ärzte vielleicht irgendwann auch auf, Patienten entweder nicht ernst zu nehmen oder ihnen mit Hammer-Behandlungen zu drohen, vor denen man nur Angst bekommen kann.
Gehe ich zu einem Arzt, so sage ich heute nichts mehr zu der damaligen Infektion (20 Jahre her, über Wanderröte und Blutbild nachgewiesen, nach damaligem Standard behandelt, dennoch seitdem verschiedenste Symptome).
Ein „Burn-out“ wurde mir schon vielfach im Tausch angeboten – das ist die übliche Reaktion, wenn Ärzte nicht glauben, was Patienten sagen. Alternativ ist man Simulant, wenn man eine Hammer-Antibiotika-Therapie auf gut Glück ablehnt aus Angst vor den Nebenwirkungen. Dann lieber mit dem Stempel „Simulant“ und den Spätwirkungen der Borreliose leben…
Was ist mit der objektiven und subjektiv empfundenen Arbeitsfähigkeit?
Da die Spätfolgen nicht erforscht/nicht nachweisbar sind, müssen/müssten Ersatzdiagnosen herhalten, wenn man nicht mehr kann, wie man will. Ist das dann nur subjetiv oder gar Einbildung (wie so mancher Medienbericht nahelegt) – oder liegen tatsächliche Folgen vor, die irgendwann irgendwie nachweisbar sind.
Wie lange kann man dieses Versteckspiel treiben? Keiner kennt die Folgen des „Weitermachens“ trotz Schlaflosigkeit über Jahre, trotz Erschöpfung, trotz eingeschränkter Leistungsfähigkeit… und aller Folgen, die das hat für die Organisation des täglichen Lebens, damit nur ja keiner etwas merkt.

Leider vermisse ich in dem Fragebogen (den ich ja nun leider nicht abschicken konnte) einige Punkte, die m.E. zur Aufklärung der Situation beitragen könnten.

Zum Fragebogen (aus der Erinnerung, vielleicht nicht richtig sortiert):

• Es wird das Geburtsdatum abgefragt, nicht aber der Zeitpunkt der Infektion. (Wie lange lebt man schon damit?)
• Es wird nur nach der Erinnerung an einen Zeckenstich gefragt. Es gibt andere Vektoren! (Bei mir war es eine Bremse!)
• Nach der Wanderröte wird gefragt, nicht aber, ob die Infektion zusätzlich anderweitig nachgewiesen wurde.
• Es wird nicht unterschieden zwischen Symptomen/Krankheiten, die seit der Infektion auftraten oder solchen, die seit der Infektion verstärkt auftraten.
• Krankschreibung: war bei mir nicht notwendig, da zwischen Studium und Referendariat. Also ist das auch nicht dokumentiert. (Was, wenn es zu einer Auseinandersetzung mit Versicherungen käme?)
• Finanzierung während der Krankheit: s.o. keine Finanzierung, da damals zwischen Studium und Beruf
• Welche Krankheiten wurden seit der Infektion festgestellt? (Vor allem wären doch chronische Krankheiten wie z.B. Autoimmunkrankheiten interessant?!)
• Auf die Frage, welche Veränderungen in Hinsicht auf Arbeit und Erkrankung denkbar wären: Arbeitgeber akzeptieren genausowenig wie Ärzte die Spätfolgen. Diese sind ja auch nicht als solche per Attest o.ä. belegbar, wenn nicht so massiv, dass totale Arbeitsunfähigkeit eintritt. Der Arzt hat mir „Ausheilung ohne Folgen“ (z.B. für Versicherungen) attestiert. Also sind keine Folgerungen denkbar, die nicht existentielle Folgen hätten.
• Für welche Krankheiten wurde man seit der Infektion krankgeschrieben?
• Welche Ersatzdiagnosen wurde gestellt, obwohl eine frühere Erkrankung bekannt und nachgewiesen? (Hier ist nicht von den Fällen die Rede, die über Jahre nicht erkannt werden und für die immer wieder neue Erklärungen gesucht werden!)
• Oder ließ man sich nicht krankschreiben, um von Arzt und Arbeitgeber nicht in die Schublade „Psycho“ gesteckt zu werden. („Haben Sie etwa den Bericht letzte Woche über Borreliose gesehen? – Und jetzt fühlen Sie sich im Beruf überfordert? – Wollen Sie eine Kur?“…)

Ich hoffe, Sie haben breite Erfolge mit der Befragung der Patienten.
Meiner Einschätzung nach wird nur die Meldepflicht und eine systematische Untersuchung auch der Altfälle, die angeblich ausgeheitl sind, zu neuen Erkenntnissen führen.

antworten
Dr. Hopf-Seidel

Ich möchte mich herzlich bedanken bei den Betreibern dieser Website für die Idee und anschließend auch die konsequente und übersichtliche Auswertung dieser Online-Befragung. Sie bestätigt nur, was ich an Symptomen in einer Einzelpraxis beobachtet (und in meinem Buch dann auch beschrieben und dokumentiert) habe.

Diese aktuellen “direkten” Daten führen alle sog. Studien aus vergangenen Jahren, die stets nur vorselektierte Patienten (obligat mit EM in der Anamnese!) untersucht haben ad absurdum. Wenn von Universitätsärzten mantraförmig immer wieder wiederholt wird, dass 90% aller Patienten ein EM in der Frühphase der Borreliose haben würden, so straft sie die Wirklichkeit Lügen. Dasselbe gilt für das breite Spektrum der Symptome und Beschwerden, aber Borreliose ist halt so und nicht anders….

Mit diesem Datenmaterial kann man jetzt als Gutachter auch in Sozialgerichtsverfahren u.ä. argumentieren, um den Borreliosekranken zu ihrem Recht zu verhelfen. Nohmals danke dafür!

Avec le sourire Dr. Hopf-Seidel

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