Borreliose-Kasuistik
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8 Jahre Fehldiagnosen – Borreliose durch Ärzte chronifiziert

7. Juli 2015 - Kasuistiken

8 Jahre Fehldiagnosen – Borreliose durch Ärzte chronifiziert, daher Therapie erst 8 Jahre nach der Borrelieninfektion.

2004: Zeckenstich mit 32 Jahren (im Analbereich, daher spät entdeckt). Erythema migrans aufgrund der Lokalisation des Zeckenstichs nicht bemerkt.

Grippeähnliche Symptome (hochfieberhaft) 1 Woche andauernd, anschließend für ca. 6 Monate symptomfrei.

Borreliose-Kasuistik4Nach einem Arbeitstag erste Sehstörungen, die jedoch auf Bildschirmarbeit zurückgeführt wurden. 2-3 Wochen zugewartet, bei täglich ansteigender Symptomatik, Symptomatik irgendwann beidseitig, Progredienz von nur abends auf mehrfach täglich.

Augenarzt konnte keine fachspezifische Diagnose stellen.  Diagnose: Ophthalmische Migräne. Augenarzt hat die Vermutung, dass die Anfälle regredieren.

Verdachtsdiagnose: Diabetes mellitus konnte nicht verifiziert werden.

Einschlafstörungen

Von Bildschirmarbeitsplatz zu Callcenter gewechselt.

Durchschlafstörungen mit Gedankendrängen und nächtlichem Harndrang. 5- 10 Mal pro Nacht – Urologe schlug vor, 2 Stunden vor dem Schlafen das Trinken einzustellen – diese Änderung brachte keine Verbesserung.

Junger-Mann1Langsam ansteigende Gewichtszunahme ohne Änderung der Essgewohnheiten bei gleicher Aktivität. Zusätzlich zu den Sehstörungen und der Gewichtszunahme Wortfindungsstörungen, zunehmend  Konzentrationsstörungen.

Realisierung der Schwere der Störung ca. 3 Jahre später, anlässlich einer Umschulung. Zwischenzeitlich zunehmend körperliche Beschwerden, die zunächst ignoriert wurden (Knie, Schienbein, Oberschenkel beidseitig, später kam auch die Armregion hinzu).

Nackenschmerzen und –steifigkeit, weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit.

Ende 2007: psychosomatische Reha – Ergebnis war Zuweisung zur Umschulung.

Nachdem von den behandelnden Ärzten eine psychosomatische Ursache für die Beschwerden diagnostiziert war und sich das Befinden gleichzeitig wesentlich verschlechterte, wurde eine Umschulung beantragt, um der persönlichen Situation Rechnung zu tragen.

Borreliose-Kasuistik2008: Beginn der Umschulung zum IT-Systemelektroniker. Option die Ausbildung auf Fachinformatiker zu erweitern.

Zu Beginn der Ausbildung verschlechterte sich der vorhandene Tremor, der hinzugezogene Neurologe diagnostizierte Morbus Parkinson. Die Parkinsonmedikation brachte keine Verbesserung, aber neu auftretende Wahrnehmungs- und Orientierungsstörungen, die nach dem Absetzen der Medikation wieder verschwanden.

Andere Neurologen schlossen Morbus Parkinson aufgrund der fehlenden klinischen Symptomatik aus.

Im Rahmen der Umschulung eskalierte die Gesamtheit der Symptome. Hinzu kam eine extreme Erschöpfbarkeit bei gleichzeitiger Abnahme der, für die Umschulung wichtigen, Konzentrationsfähigkeit. Das Kurzzeitgedächtnis verschlechterte sich bis hin zu regelmäßig wiederkehrenden Filmrissen. Die Umschulung war trotz größter Anstrengung nicht mehr zu bewältigen.

Nach Arbeitsunfähigkeit von über 6 Wochen brach die Rentenversicherung die Umschulungsmaßnahme ab.

Kasuistik3Die Rentenversicherung stimmte in 2009 einer Absprache, die Fortsetzung der Umschulung betreffend, nach Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, zu.

Weitere Verschlechterung der Gesamtsymptomatik ohne stimmige Diagnose.

Verdachtsdiagnose auf Myastenia Gravis (Laborbefund 2007 – hier auch Yersiniose diagnostiziert), später erneute Abklärung.

2007: Diagnose Hypothyreose.

Ein befreundeter Mediziner machte auf die Möglichkeit einer zeckenübertragenen Erkrankung aufmerksam.

Daraufhin folgte die Testung beim Hausarzt. Das ELISA-Ergebnis war negativ. Hier eine einfache Erklärung für den negativen Ausgang vieler Tests.

2009: Borrelientest grenzwertiger Westernblot.

Neurologen lehnten Liquordiagnostik, wegen unpassender Symptomatik zunächst ab, eine Therapie mit Betablockern brachte keine Verbesserung des subjektiven Befindens.

Borreliose-Kasuitik2Liquordiagnostik wurde dann doch im Zuge einer neuen Verdachtsdiagnose M. Parkinson durchgeführt, Ergebnis waren diesmal erhöhte Demenzmarker.

Positiver Borrelien-LTT mit Nachweis Ehrlichien. 4 wöchige Therapie mit Minocyclin brachte deutliche Verbesserung auf allen Ebenen. Ein erneutes SPECT ergab einen rückläufigen Parkinsonbefund. Diagnose dann: Sekundäres Parkinson-Syndrom. Der Radiologe schloss eine Borreliose aufgrund dieses Ergebnisses nicht mehr ganz aus.

Es folgten unterschiedliche Antibiosen zusammen mit Quensyl über jeweils 45 Tage unter LTT-Kontrolle nach jeweils 6 Wochen. Ergebnis: Verbesserung ausschließlich auf Gelenkebene.

Seit Ende 2009 wird die Antibiose in den o.g Intervallen fortgesetzt.

Liquordiagnostik nach 6 Monaten und mehreren vergeblichen Versuchen seitens der Ärzte an anderer Stelle wiederholt. Ergebnis: Unauffällige Befunde, auch der zunächst pathologischen Werte.

Ende 2011 privatärztliche Behandlung beim Borreliosespezialisten. Klinische Diagnostik unter Einbeziehung der unterschiedlichen Vorbefunde. Ergebnis: Chronisch persistierende Spät-Borreliose. Therapieplan an Hausarzt.Kasuistik-Wald

Hausarzt willigt zunächst in die Langzeitantibiose ein, reguliert seine Zusage auf Therapie von maximal 4 Wochen ein, weil er sich wegen befürchteter Regressforderungen seitens der KV scheut, die notwendige Langzeit-Medikation fortzusetzen. Ergebnis nach Telefonat mit dem Borreliosespezialisten.

Nachfrage bei der zuständigen KV ermöglicht, nach nunmehr 8 Jahren, eine borrelienspezifische Infusions-Antibiose über längere Zeiträume. Schnelle Besserung der Sehstörungen.

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5 Kommentare
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